Die Umwandlung des Selbst

July 16, 2019


(Nach der Lektüre von Herbert Witzenmanns "Die Triebkräfte der Evolution")
 

Im Tiefpunkt des Materialismus angekommen, ist es wesentlich, die Stärke in sich selbst zu finden, den Mut aufzubringen, sich selbst zu wandeln, wenn es wieder in geistige Höhen gehen soll. - Nicht blind und naiv irgend welchen Gurus folgend, deren Aufgabe es ist, dem Chaos die Täuschung hinzuzufügen. Bewusstseinsveränderung führt hoch hinaus, doch verliert sich der Mensch dabei, wenn er keine Seelenkräfte ausbildet.
    Das Tasten im Dunkeln bleibt erfolglos, führt weiter in die Dumpfheit der Materie, wenn der Intellekt ohne Herz, ohne essentielles Empfinden voranschreiten will. Weitere Verhärtungen bleiben nicht aus.
    Wie aber kann/soll der Mensch sich lebendige Erfahrungen aneignen, Empfindungen mit Tiefengehalt erleben, wo es doch so viele Wege und Irrwege gibt?
    Der Weg zum Geist ist, wenn er gegangen wird, eine stetige  Forderung an das Selbst. In sich selbst gewahr zu werden, sich selbst mit allen Schatten und Lichtseiten zu ergründen, anzunehmen und so im geduldsamen, Rückschläge überwindenden Lebensweg sich dem dauernden Menschwerdungsprozess rückhaltlos auszuliefern.
    Es ist uns gegeben, uns in der irdischen Welt zur Entfaltung unseres Christus-Ich vorzubereiten, uns dahin zu wandeln.

In der Natur sehe ich im Jahreskreislauf, wie die Metamorphose lebendig bildhaft sich vor mir ausbreitet und sich darin ein Stück meines Selbst, welches mit allem verbunden ist, offenbart.
    Wenn ich diese Einsicht in meinem Inneren wirken lasse, erfüllt sie mich mit Demut. Ein Weltgefühl, ein wesenhaftes Empfinden für alle Entwicklungsprozesse erwacht. Liegt es doch auch an mir, diese Schöpferkraft, noch ganz unreif, im zarten Beginne des weiteren Wachstums und Entfaltungsprozesses auf der gegenwärtigen Menschheitsstufe zu erfassen.
    Ich ergreife somit die Aufgabe, das Fühlen, Denken und Wollen im ursprünglichen Schöpfungssinne auszubilden. Ihre Kräfte wandeln sich, bildlich betrachtet, in Hoffnung, in vertrauenden Glauben und in Liebe. Hoffnung, die nicht durch Naivität gestützt werden muss, Glaube, der frei von Irrtum ist, da er in der Wahrheit begründet liegt, und Liebe, die weisheitgetragen zu dem wirklichen, höheren Ich führt.
    Bleibt also die Erkenntnis, dass es allein in uns liegt, wie wir das Kommende gestalten. Im gottverbunden schöpferischen Sinn oder aber in der Verkümmerung des Menschen und seiner Seelenleere.
    Erfassen wir unseren Weg und gestalten wir ihn so, wie nur wir zum Wohle der Menschheitsfamilie ihn als Einzelindividuen gestalten können.
    Dann empfinden wir in Freiheit die Notwendigkeit der Selbsterziehung für uns selbst wie für alle Wesenheiten, die uns begleiten und helfend zur Seite stehen, sobald sich in uns der Wille regt, sie umzusetzen. Im inneren Frieden mit allen und allem, denn der Wandlungsprozess zum freien Frieden beginnt und endet mit sich selbst. Mit jeder Einzelindividualität, die den Entschluss zu fassen und ihm treu zu bleiben vermag.


 

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